Altlastensymposium der GAB 2026 - Bericht

Bericht zum 27. Altlastensymposium der GAB

Am 8. und 9. Juli 2026 veranstaltete die GAB in Weiden ihr 27. Altlastensymposium. Das Symposium war mit rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder sehr gut besucht, die Diskussionen angeregt, die Resonanz sehr positiv.


Auditorium Max-Reger-Halle in Weiden i.d.OPf. (1)

Dr. Christian Barth, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) und Aufsichtsratsvorsitzender der GAB, eröffnete nach der Begrüßung durch Dr. Andreas Hofmann, Geschäftsführer der GAB, und einem Grußwort von Stephan Gollwitzer, 2. Bürgermeister der Stadt Weiden, mit seiner Rede das Symposium.


Fachausstellung (2)

Recht und Vollzug

Moderation: Ines Sänger, StMUV

Rechtsanwalt Prof. Dr. Torsten Grothmann, GrothmannGeisser Rechtsanwälte, referierte zum Thema Verhältnis von Verfassung, Bundesrecht und landesrechtlicher Verwaltungsvorschriften am Beispiel des Bayerischen Verfüllleitfaden. Das Verhältnis zwischen der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) und der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) ist seit Inkrafttreten der Mantelverordnung zum 1. August 2023 Gegenstand erheblicher fachlicher und rechtlicher Diskussionen. Im Mittelpunkt stehe dabei die Frage, so der Referent, wie sich die bundesrechtlichen Regelungen zur Verwertung mineralischer Ersatzbaustoffe einerseits und zum Schutz des Bodens andererseits zueinander verhalten und welche Bedeutung hierbei insbesondere § 8 BBodSchV sowie landesrechtliche Verwaltungsvorschriften wie der Bayerische Verfüll-Leitfaden besitzen. Es könne festgehalten werden, dass die EBV und die BBodSchV gleichrangige bundesrechtliche Regelungswerke darstellen, deren Verhältnis durch funktionale Abgrenzung und das Spezialitätsprinzip bestimmt wird. Die EBV beansprucht Vorrang für den Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe in technischen Bauwerken, während § 8 BBodSchV insbesondere für bodenbezogene Verfüllmaßnahmen außerhalb technischer Bauwerke relevant bleibt.


Rechtsanwältin Vanessa Homann, FRANSSEN NUSSER Rechtsanwälte PartGmbB, referierte über Mineralische Ersatzbaustoffe (MEB) im Sinne der EBV und hier insbesondere über den maßgeblichen Zeitpunkt der Qualitätskontrolle und der Bedeutung der Wasserschutzgebietsverordnungen. Die Regelungen der §§ 4 ff. EBV machen deutlich, dass für die umweltchemische Beurteilung von MEB ausschließlich die im Rahmen der Güteüberwachung festgestellte Qualität des in der Aufbereitungsanlage hergestellten Materials maßgeblich ist. Eignungsnachweis, werkseigene Produktionskontrolle und Fremdüberwachung beziehen sich jeweils auf die hergestellten Chargen sowie auf die konkrete Korngrößenverteilung, in der der MEB in Verkehr gebracht werden soll. Der Verordnungsgeber habe bewusst die güteüberwachte Qualität des MEB vor dem Einbau als allein maßgeblichen Beurteilungszeitpunkt bestimmt. Nur dieses Verständnis gewährleiste Rechtssicherheit für Hersteller, Lieferanten, Verwender und Bauherren sowie die praktische Umsetzbarkeit der in der EBV verfolgten Ziele. Zur Bedeutung von Wasserschutzgebietsverordnungen berichtete die Referentin, dass nach § 19 EBV MEB nur eingebaut werden dürfen, wenn keine nachteiligen Veränderungen des Grundwassers oder schädliche Bodenveränderungen zu besorgen sind (Abs. 1).

Rechtsanwalt Volker Hoffmann, Hoffmann Liebs, Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB, stellte Lösungsansätze für Altlasten bei Immobiliengeschäften und Flächenrecycling vor. Hierbei ging er auf Grundlagen und eine allgemein rechtliche Einordnung, wie Haftungsregime und Störer, der Verhältnismäßigkeit und Sanierungsmaß ein. Des Weiteren stellte Volker Hoffmann die Vorteile eines öffentlich-rechtlichen Vertrags anstatt einer Ordnungsverfügung dar. So könne der Pflichtige „mitgenommen“ werden und seine eigenen Interessen einbringen. Es bestünden Einflussmöglichkeiten auf Sanierungsziele und Zeitplan. Häufig entfalle zusätzlich die schwierige Beweisführung der Sanierungsverantwortlichkeit des Sanierungspflichtigen. Weiterhin bestehe Rechtssicherheit für alle Beteiligten – insbesondere auch für die Behörde, die die Anfechtung einer Anordnung damit umgehe – und Investitionssicherheit für Störer sowie gegebenenfalls Veräußerer und Investor.

 

Fachexkursion zur Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie am Angerplatz Marktredwitz


Besichtigung der ehemaligen Hausmülldeponie am Angerplatz Marktredwitz (3)


Sicherung der Deponiesteilböschung durch Ausführung mittels bewehrter Erde mit einer Gabionenfront (4)


Sicherung der Deponie mit drainierten Winkelstützelementen (5)

Dr. Martin Biersack, LfU Hof, berichtete im Vortrag über die Historie und Sanierung der CFM. Die Fabrik wurde 1788 als erste Chemische Fabrik in Deutschland gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann der Einstieg in die Herstellung von quecksilberhaltigen Saatbeizmitteln. Es wurden nahezu alle bekannten anorganischen und eine Vielzahl organischer Quecksilberverbindungen bei der CFM produziert, gelagert oder umgeschlagen. Durch den nahezu 200-jährigen Produktionsbetrieb kam es durch Versickerung von Abwässern, Abfallablagerungen und Rückständen aus der Produktion sowie durch unsachgemäßen Umgang zu gravierenden Kontaminationen der Gebäude, des anstehenden Bodens und des Grundwassers. Auch der unmittelbar angrenzende Fluss Kössein und nachfolgend Röslau und Eger sowie deren Überschwemmungsbereiche wurden durch die von der CFM freigesetzten Schadstoffe kontaminiert. In den 1990er Jahren wurde mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand saniert. Aufgrund der weitreichenden Ausdehnung der Hg-Belastungen konnten dabei nur die Hot Spots saniert, aber nicht alle Restbelastungen beseitigt werden. Die Kosten der durchgeführten Maßnahmen von 1986 bis heute belaufen sich auf mehr als 100 Mio. Euro. Aktuelle Untersuchungen zu möglichen Maßnahmen zur weiteren Minderung der Hg-Belastungen haben ergeben, dass eine Totalsanierung in den Auenbereichen sowohl aus Kostengründen als auch aufgrund der Schäden an Landschaft und Umwelt nicht durchführbar ist.

Zur Einstimmung auf die Exkursion gab Matthias Schwalb, Tauw GmbH, einen Überblick zum Standort der ehem. Hausmülldeponie Angerplatz. Das Areal ist heute als traditionsreicher Festplatz bekannt, blickt jedoch auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück, die durch Deponienutzung, industrielle Einträge und jahrzehntelange Überbauung geprägt ist. Zwischen 1931 und 1946 wurde auf dem rund 3 ha großen Gelände an der Kössein eine städtische Hausmülldeponie betrieben. In diesem Zeitraum wurden rund 250.000 Tonnen Abfälle abgelagert. Neben Hausmüll gelangten auch Industrie‑ und Gewerbeabfälle regional ansässiger Betriebe in die Deponie, darunter Abfälle aus der Porzellanindustrie, der Metallverarbeitung, der Glasveredelung sowie schwermetallhaltige Rückstände, insbesondere Quecksilber und Antimon, aus der Chemischen Fabrik Marktredwitz (CFM). Als Sanierungsverfahren entschied man sich für eine qualifizierte Oberflächenabdichtung, kombiniert mit der Sanierung bzw. Neuordnung des schadhaften Entwässerungssystems. Es wird eine neue, mehrlagige Asphaltabdichtung auf rund 20.000 m² aufgebracht, ergänzt durch eine randliche mineralische Dichtung und lokale geosynthetische Dichtungsbahnen (GTD).

Bei der anschließenden Exkursion wurden die Exkursionsteilnehmenden von Oberbürgermeister Oliver Weigel am Standort begrüßt. Danach gaben Fachleute an drei Stationen einen sehr eindrucksvollen Überblick über die Baustelle. An der Böschung Ost erklärte Herr Scharf, Geotechnik-Bau GmbH, die Sicherung der Deponiesteilböschung durch Ausführung mittels bewehrter Erde mit einer Gabionenfront. Auf der Deponiefläche machte Matthias Schwalb, Tauw GmbH, auf die Einrichtung von 26 speziellen Fundamenten für die schadlose temporäre Aufstellung des Festzelts aufmerksam. Durch die Fundamente wird die neue Deponieabdichtung nicht durch Zeltnägel beschädigt. Im Böschungsbereich West informierte Tobias Bremm, Tauw GmbH, über die Sicherung der Deponie mit drainierten Winkelstützelementen. Durch diese können zusätzliche Abdichtungsebenen aufgebracht und gesichert werden.

 

Entsorgung und Verwertung

Moderation: Michael Kremer, StMUV

Dr. Philipp Sprau, StMUV, referierte über Aktuelles aus der Kreislaufwirtschaft in Bayern. Hierbei berichtete er über die Fortschreibung des Abfallwirtschaftsplans sowie die Erarbeitung einer Bayerischen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Die BayKWS versteht sich nicht als abstraktes Zielpapier, sondern als Instrument, um Rahmenbedingungen zu verbessern, Hemmnisse abzubauen und Investitionen in zirkuläre Lösungen zu erleichtern. Sie soll Orientierung geben, den Dialog zwischen Staat und Wirtschaft strukturieren und ein Umfeld schaffen, in dem Innovation und Kooperation gezielt gestärkt werden. Weiterhin teilte Dr. Philipp Sprau mit, dass Bayern Änderungswünsche zur Novellierung der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) eingebracht habe und es für das zweite Halbjahr 2026 einen Referentenentwurf geben soll.

Samuel D. Griza, Universität Augsburg, und Dr. Benjamin Faigle, Züblin Umwelttechnik GmbH, referierten über PFAS-belastete Feinfraktion im Boden: Laborversuche zur Weiterentwicklung der Bodenwäsche. Im Rahmen des von der Bayerischen Transformations- und Forschungsstiftung geförderten Forschungsprojekts BoReF wird erforscht, wie die Feinfraktion mittels Bodenwäsche ausreichend gereinigt und damit verwertbar gemacht werden kann. Dazu wird die Sorption von PFAS im Boden untersucht und verschiedene Waschprozesse im Labor und Technikum durchgeführt. Mit dem neu gewonnenen Wissen soll hieraus zukünftig verbesserte Bodenwaschverfahren abgeleitet werden, in der das Reinigungsziel auch in der Feinfraktion eingehalten wird. Für die Laborversuche wurden repräsentative Proben aus verschiedenen Altlaststandorten in Deutschland genommen. Hieraus wurden Feinfraktionen (< 100 µm) durch Nassklassierung abgetrennt. Mit Hilfe der Methodik sequenzielle Extraktion sollen weitere Erkenntnisse geliefert werden, wie sich die Deponierung von Feinfraktionen in der Bodenwäsche reduzieren lässt. Es war bereits festzustellen, dass wichtige PFAS in Ausgangsproben identifiziert werden konnten und diese im Laufe der Extraktionskaskade zum Großteil herausgelöst wurden.

Dominik Nerreter, Gibs geologen + ingenieure, berichtete über Herausforderungen und Best Practices zur LAGA M23. Anhand eigener durchgeführter Projekte zeigte er auf, dass aktuell das größte Problem mit asbesthaltigen Baustoffen die asbesthaltigen Abstandshalter und Mauerstärken darstellen, die in vielen Stahlbetonbauwerken zu finden sind. Diese Bauteile sind im Vergleich zu Putzen, Spachtelmassen, Fliesenklebern, Fensterbrettern, Fassadenplatten und anderen, potenziell asbesthaltigen Produkten weder flächig verbaut noch offenliegend eingebaut.
Um mit den Problemen der asbesthaltigen Abstandshalter und Mauerstärken künftig besser umgehen zu können, gibt es diverse aktuelle Forschungs- und Testprojekte, die sich mit unterschiedlichen Verfahren zur Erkennung der Bauteile im Bestand, aber auch der Ausschleusung der Bauteile im Bauschutt beschäftigen. Einen großen Beitrag leisten hier der GVSS (Gesamtverband Schadstoffsanierung e. V.) und einige der Mitgliedsfirmen.

Dirk Hensel-Schikora, StMUV, zeigte den Aktuellen Stand zur Entsorgungsinfrastruktur in Bayern und zur Entsorgung spezifischer Abfälle auf. Der Referent sieht die Deponien als unverzichtbares Element der Entsorgungsinfrastruktur. Aktuell seien rund 11 Mio. m3 zusätzliches Deponievolumen in Planung. Dabei liege ein starkes Augenmerk auf regional ausgeglichene bedarfsgerechte Verteilung der Kapazitäten. Zum Umgang mit asbesthaltigen Abfällen teilte Dirk Hensel-Schikora mit, dass bei Beton mit asbesthaltigen Abstandshalter Verfahren zur Abtrennung der Abstandshalter in der Erprobung und weiteren Entwicklung seien. Des Weiteren stünden klarstellende Änderungen der Deponieverordnung zur Deponierung nicht gefährlicher gering belasteter Abfälle in Aussicht.

 

Erkundung und Sanierung von Bleikristallstandorten in der nördlichen Oberpfalz

Moderation: Ingrid Spieth, GAB

Landrat Andreas Meier, Landratsamt Neustadt a.d. Waldnaab, führte in die Thematik der Bleikristallstandorte im Landkreis ein. Roland Heberl, rupp.bodenschutz GmbH, gab in seinem Vortrag einen Überblick über die Produktionsprozesse der Bleikristallherstellung und deren Auswirkungen auf den Gebäudebestand. Im anschließenden Vortrag schilderte Johannes Reiß, rupp.bodenschutz GmbH, den mühsamen Weg von der Erkundung bis zur Sanierung der ehem. Betriebsstandorte.

 

Sanierungen in der Praxis

Moderation: Matthias Heinzel, LfU, Hof

Daniel Ruech, Sensatec GmbH, stellte Praxiserfahrungen bei in-situ-Cyanidsanierungen am Standort eines ehemaligen Gaswerks vor. Die Schadstofffahne erstreckte sich im Bereich ehemaliger Versenkstellen von cyanidhaltigem Kokslöschwasser. Die bereits abgeschlossenen Test- und Praxiserfahrungen bestätigen die grundsätzliche Eignung biologischer in-situ-Verfahren zur Behandlung von Cyanidschäden im Grundwasser. Insbesondere die Kombination aus Sauerstoffeintrag, Grundwasserzirkulation und ergänzenden Feststoff-Sauerstoffträgern (z. B. Cal-ciumperoxid) ermöglicht eine flexible Anpassung an unterschiedliche Untergrundverhältnisse. Für zukünftige Projekte ist insbesondere die flexible Anpassung der Sanierungstechnik an die standortspezifischen hydrogeologischen Bedingungen entscheidend. Ebenso wichtig bleibt ein langfristiges Monitoring zur Kontrolle der Wirksamkeit und zur fachtechnischen Begleitung der Sanierungsmaßnahmen.

Jack Shore, REGENESIS, Bath United Kingdom, berichtete zur Thematik: Innovationen der PFAS-Sanierung: Integration risikobasierter Standortbewertungen mit praxisbewährten Lösungen auf Basis kolloidaler Aktivkohle. Die beschleunigte PFAS-Rückhaltung (PFAS Enhanced Retention; PER) so der Referent, wird an immer mehr Standorten in Europa durchgeführt, um sowohl die PFAS-Quelle als auch die daraus resultierende Schadstofffahne zu behandeln. Der Referent veranschaulichte anhand mehrerer Standorte in Schweden und Norwegen die praktische Wirksamkeit der PER-Behandlung von PFAS, an denen KAK-Barrieren (kolloidale Aktivkohle) und Rasteranwendungen eingesetzt wurden. Alle besprochenen Standorte wurden durch PFAS-haltigen, wässrigen filmbildenden Schaum (AFFF) belastet, der bei Feuerwehrübungen verwendet wurde, was zu einer erheblichen Kontamination von Böden und Grundwasser führte. Im Vergleich zu aktiven Pumpsystemen, so der Vortragende, zeigen ökonomische und nachhaltigkeitsbezogene Vergleiche ein erhebliches Einsparpotenzial sowohl bei Kosten als auch beim CO2-Fußabdruck sowie Vorteile durch die Vermeidung von Abfallerzeugung an der Oberfläche.

Reinhard Zobel, GAB, und René Peters, Sakosta GmbH, berichteten in ihrem gemeinsamen Vortrag sehr anschaulich über die Hydraulische Sicherung der Altablagerung Triministraße, Kochel am See – von der Planung bis zur Sanierung. Bei der mit 11,5 ha Fläche und 350.000 m³ Volumen sehr großen Ablagerung handelt es sich um eine ehemalige gemeindeeigne Hausmülldeponie, die als eine Anschüttung in den Verlandungsbereich des Kochelsees eingebracht wurde und in die Boden, Bauschutt, Felsausbruch, Hausmüllanteile und vermutlich die alte Fahrbahndecke der Kesselbergstraße abgelagert wurden. Die Altdeponie liegt zu 2/3 im Grundwasser und kann bei Hochwasser komplett überflutet werden. Im Grundwasser wurden bei der Detailuntersuchung PAK-Gehalte deutlich über den Stufe-2-Wert gemessen und Frachten deutlich über einer „geringen Fracht“ ermittelt. Dies rührt überwiegend von Teerölen in Teilbereichen der Altablagerung her. Im Rahmen der Sanierungsvariantenstudie, so Reinhard Zobel, einigte man sich auf eine Sicherung über die Verlegung von Drainagen in den Bereichen des schadstoffbeaufschlagten Grundwasserabstroms (400 m) gemäß einem 3D-Grundwassermodell und die Reinigung der gesammelten Wässer über eine Anlage. Ein besonderes Problem bei der komplexen Planung (sieben Fachplanungen) war die Einbeziehung eines bestehenden Entwässerungsrohrs in das Modell, das infolge von Undichtigkeiten unbeabsichtigt schon aktuell eine Drainagewirkung auf die Altablagerung ausübte. Bei der Bauausführung stellte sich als weiteres Problem heraus, dass beim Bau der Drainageabschnitte und Sammelschächte unerwartet starke Setzungen, bedingt durch breiige Seetone im Untergrund, bei einigen Schächten auftraten. Infolgedessen wurde die Gründung für die Halle der Grundwasserreinigungsanlage umgeplant. Statt einer Flachgründung wurde eine schwimmende Pfahlgründung projektiert.
Im anschließenden Vortrag referierte René Peters u. a. über die Konzeption der Grundwasser-reinigungsanlage. Die Dimensionierung der Anlage sowie der erforderlichen Sanierungs-infrastruktur erfolgte auf der Grundlage der Ergebnisse der durchgeführten Modellierung der Grundwasserverhältnisse unter Berücksichtigung des 90 %-Kriteriums – bei 10 % jährlichem Hochwasser keine vollständige Abreinigung analog den meisten Kläranlagen – und unter Einbeziehung von zusätzlichen Wasserfassungen dreier belasteter Wasseraustritte. Die Konzeptionierung erfolgte auf Basis des angetroffenen Schadstoffspektrums (hauptsächlich PAK, vereinzelt MKW, BTEX und Schwermetalle) sowie des Chemismus des Grundwassers mit zum Teil hohen Eisen- und Mangangehalten. Bei der Anlage handelt es sich um eine mehrstufige Reinigungsanlage mit Schrägklärer, Belüftung, Kiesfiltern und Aktivkohlefiltern. Bisher arbeitet die Reinigungsanlage nahezu störungsfrei und es erfolgt eine vollständige Abreinigung der Schadstoffe.

 



Die Resonanz auf die Veranstaltung war dank der interessanten und informativen Vorträge sowie der guten Diskussionen wieder sehr positiv. Dafür den Referierenden und Moderierenden an dieser Stelle nochmals ein besonderer Dank! Herrn Schwalb und seinen Kollegen danken wir für die hervorragende Organisation und den sehr interessanten Führungen bei der Exkursion.

Ausführliche Darstellungen der Beiträge finden Sie im Tagungsband, der gedruckt oder als PDF für eine Gebühr von 10,- Euro zzgl. Porto zzgl. USt. über die GAB zu beziehen ist.

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